Ein unterschätzter Vorteil des Lebens in NYC zu dieser Jahreszeit? Die luxuriösen, kostenlosen Saunen, die zu jeder U-Bahn-Fahrt dazugehören. Geh einfach irgendeine Treppe hinunter, die du auf der Straße findest, tippe deine OMNY-Karte an und genieße das Ganzkörper-Schwitz-Erlebnis!
Das war natürlich nur ein Scherz. Die Hitze in der New Yorker U-Bahn ist um diese Jahreszeit oft alles andere als ideal, wobei es in manchen Stationen deutlich heißer wird als über der Erde. Das ist eine Unannehmlichkeit, die von verschmiertem Make-up, noch bevor du es zum Abendessen schaffst, bis hin zu ernsthaften gesundheitlichen Risiken bei extremer Hitze reichen kann.
Aber die MTA und die Stadtverwaltung suchen nun nach einer ziemlich cleveren Gegenmaßnahme: Sie wollen die überschüssige Wärme aus der U-Bahn als Ressource nutzen, anstatt sie verpuffen zu lassen.
Die New Yorker Stadtverwaltung gab am Montag bekannt, dass sie ein neues Wärmeenergienetz in Betracht zieht, das Wärme aus den glühend heißen U-Bahn-Stationen entziehen und unterirdisch speichern könnte, wo sie schließlich im Winter zum Heizen nahegelegener städtischer Gebäude genutzt werden könnte.
Wenn man bedenkt, dass an einer dieser Stationen im Sommer durchschnittlich 96°F gemessen wurden, würden wir sagen, dass es sicherlich nicht an Hitze mangelt. Hier erfährst du, was du wissen musst!
Das Problem: Warum ist es in den U-Bahn-Stationen so unerträglich heiß?
U-Bahn-Bahnsteige wirken in den Sommermonaten aufgrund mehrerer sich verstärkender Faktoren wie riesige Hitzfallen:
- Abwärme der Klimaanlagen: Die Klimaanlagen der Züge sorgen zwar dafür, dass es in den Wagen angenehm kühl bleibt, blasen aber heiße Abluft direkt auf die geschlossenen Bahnsteige.
- Wärmeentwicklung durch Züge: Bahnhöfe wie Brooklyn Bridge–City Hall erzeugen zusätzliche Umgebungswärme durch Züge, die an Endstationen (wie der Linie 6) mit laufendem Motor und eingeschalteten Systemen stehen.
- Jahrhundertealte Infrastruktur: Die vor über 100 Jahren erbauten, tief liegenden U-Bahn-Knotenpunkte verfügen nicht über moderne Belüftungssysteme und wurden nie für die heutigen extremen klimatischen Bedingungen konzipiert.
- Extreme Temperaturen: Im Komplex zwischen der Brooklyn Bridge und dem Rathaus lagen die Durchschnittstemperaturen in den Hochsommermonaten bei 96 °F, wobei die Temperaturen auf den Bahnsteigen gelegentlich sogar 100 °F erreichten.

Die große Lösung: Das Chambers-Street-Sanierungsprojekt
Der Plan zur Bekämpfung der Hitze ist auch Teil einer viel umfassenderen Neugestaltung der 113 Jahre alten J/Z-Station an der Chambers Street.
Die von den Einnahmen aus der City-Maut finanzierte Komplettsanierung umfasst bauliche Reparaturen, neue Fliesen, modernisierte Treppen sowie längst überfällige Reparaturen an Decken und Wasserschäden; der Bauauftrag soll bis Ende 2026 vergeben werden.
Noch besser: Der stillgelegte Mittelbahnsteig der Station bietet den Ingenieuren die seltene Gelegenheit, geothermische Technologie zu testen, ohne die Fahrgäste zu stören – was die Chambers Street zu einem idealen Ort macht, um zu prüfen, ob dieser futuristische Kühlplan tatsächlich funktionieren kann.

So funktioniert’s: Wärmeenergienetze & Strahlungskühlung
Diese Initiative markiert die erste Installation eines Thermal Energy Network (TEN) in einem US-amerikanischen Nahverkehrssystem. Die Technologie hat sich bereits auf Krankenhausgeländen und an Universitäten bewährt, doch ihre Anwendung im Untergrund ist ein echter Meilenstein.
- Schritt 1: Strahlungskühlpaneele: Anstatt sich ausschließlich auf schwere, herkömmliche Klimaanlagen zu verlassen, zirkuliert gekühltes Wasser durch Paneele in Decken, Wänden oder Bodenrohren. Die Strahlungskühlung ist 25 % bis 35 % energieeffizienter und absorbiert die Wärme auf dem Bahnsteig direkt.
- Schritt 2: Geothermische Bohrlöcher: Über Rohrleitungen wird die gewonnene Wärme zu geothermischen Bohrlöchern geleitet, die tief in den Boden unter dem stillgelegten Bahnsteig der Chambers Street gebohrt wurden.
- Schritt 3: Unterirdische Speicherung: Das unterirdische Gestein fungiert als riesige Wärmebatterie, die die Wärmeenergie sicher bis in den Herbst hinein speichert.
- Schritt 4: Beheizung von Gebäuden im Winter: Wenn die Temperaturen sinken, holen Wärmepumpen diese gespeicherte Wärmeenergie wieder nach oben, um nahegelegene städtische Gebäude zu beheizen. Das reduziert die Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen und senkt die Energiekosten der Stadt.

Die Umsetzung wird nicht über Nacht geschehen, aber die MTA und die Stadt bringen die Sache nun offiziell ins Rollen.
Für den Herbst 2026 ist eine Machbarkeitsstudie im Wert von 800.000 Dollar geplant, um festzustellen, ob das geothermische System funktionieren kann – einschließlich der Frage, wie viel Kühlleistung es liefern könnte und ob der Standort geeignet ist. Bis Ende 2026 will die MTA den Auftrag für die umfassende Sanierung der J/Z-Station Chambers Street vergeben, wobei die Planung und Konstruktion des thermischen Netzwerks möglicherweise Anfang 2027 beginnen könnte, sofern die Studie grünes Licht erhält.
Und die Chambers Street könnte erst der Anfang sein: Die MTA prüft derzeit ähnliche Kühlungslösungen für andere notorisch heiße Bahnhöfe, darunter die Bahnhöfe 168th Street und 181st Street auf der Linie 1, wo das Ziel darin besteht, die Temperaturen auf den Bahnsteigen im Sommer auf etwa 82°F–85°F zu senken.
Teil einer umfassenderen Klimastrategie
Der Hitzeschutzplan für die U-Bahn ist nur ein Teil der umfassenderen Bemühungen New Yorks, angesichts steigender Temperaturen widerstandsfähiger zu werden.
Der städtische Waldplan zielt darauf ab, die Baumbedeckung auf 30 % zu erhöhen, während bereits mehr als 130 Solaranlagen an öffentlichen Schulen geplant oder im Bau sind und Dutzende weitere in Vorbereitung sind. Gleichzeitig treibt NYC auch die Umstellung auf elektrische Kommunalfahrzeuge voran, mit dem Ziel, die Flotten der Stadtreinigung, der Parkverwaltung und der Ordnungsbehörden bis 2030 vollständig zu elektrifizieren.
Weitere Informationen findest du in der offiziellen Pressemitteilung.