Wenn du Anthony Bourdain kennst, weißt du, dass er nicht nach Samtseilen oder makellosen Speisesälen suchte – er suchte nach Orten mit Geschichten, Charakteren und genau der richtigen Portion Chaos. Und in New York City gab es kaum einen Ort, der diesen Geist so gut einfing wie das Siberia.
Versteckt in der U-Bahn-Station 1/9 in Hell’s Kitchen in der Innenstadt war die Bar in ihrer Blütezeit gleichermaßen Zufluchtsort nach Feierabend und ein regelrechter Fiebertraum: Bier in Plastikbechern, eine Jukebox, aus der The Velvet Underground dröhnte, und ein ständig wechselndes Publikum aus Köchen, Stripperinnen, Journalisten und Nachtschwärmern, die keine Absicht hatten, früh Feierabend zu machen.
Wie Bourdain es einmal formulierte: Nach einem Drink war er bereit –„Ich gehe nirgendwohin.“
Siberia 1996 in einer ehemaligen Videothek eröffnete, dann vom Vermieter rausgeworfen wurde und 2001 kurzerhand schloss. Später öffnete es ein paar Blocks weiter auf der Ninth Avenue wieder, nur um 2007 erneut zu schließen.
Jetzt, fast zwei Jahrzehnte nach der letzten Runde, ist Siberia – Bourdains selbsternannte „Lieblingsbar auf Erden“ – zurück.

Ja, genau dieses Siberia: die berüchtigt schmuddelige Spelunke, in der alles erlaubt war, wo sich alle möglichen New Yorker vermischten, wo Jimmy Fallon in seiner SNL-Zeit nach der Show Stammgast war und wo die Nacht leicht in jede beliebige Richtung abdriften konnte.
Heute befindet sich die Bar im Turnstyle Underground Market am Columbus Circle.
Es ist immer noch so kompakt wie eh und je: ein 70 Quadratmeter großer Raum mit acht Barhockern, einer 2,40 Meter langen Bar und 3,60 Meter hohen Decken. Es gibt keine Toilette vor Ort – Gäste nutzen die Gemeinschaftstoilette von Turnstyle an einem anderen Ort mit einem Code über die Tastatur.
Aber genau diese schlichte Einrichtung ist Teil des Reizes – zusammen mit der charakteristischen purpurroten Beleuchtung, die dem Raum seinen unverwechselbaren Glanz verleiht.
Man kann nur bar bezahlen, aber du wirst nicht allzu viel davon brauchen. Tracy Westmoreland, der ursprüngliche Besitzer der Bar (der sich selbst auch als „Minister für Propaganda“ bezeichnet), hält die Getränke günstiger als andere Bars in der Nachbarschaft und beschäftigt dort Leute, die er kennt und denen er vertraut, statt ausgefeilter Barkeeper.
Auch der Soundtrack hat sich nicht weit vom Original entfernt – er tendiert immer noch zu Punk, Rock, Outlaw Country und Pop-Punk, obwohl die nikotinverschmierte Jukebox, in der früher einige von Bourdains persönlichen CDs steckten, durch ein TouchTunes-System ersetzt wurde.
Es gibt auch ein paar Hausregeln: keine Politik, kein unangebrachtes Verhalten und kein Obst in Cocktails. Wie Westmoreland sagte, soll Siberia für jeden offen sein – vorausgesetzt, man verhält sich respektvoll. Westmoreland sagte gegenüber The Post:

Nachdem Siberia jahrelang als eine der legendärsten Spelunken New Yorks in Erinnerung geblieben ist, fühlt sich seine Rückkehr wie eine Erinnerung daran an, dass in dieser Stadt selbst die chaotischsten Einrichtungen nie ganz verschwinden– siewarten nur auf den richtigen Moment, um wieder aufzutauchen.
Bourdain die Szene einmal sobeschrieb:
Was du vor deinem Besuch wissen solltest
- 📍 Wo: U-Bahn-Eingang 57th Street–Eighth Avenue
- 🗓️ Wann: Mo–Sa : 16:30 Uhr–4:00 Uhr (sonntags geschlossen)