Seit Jahrzehnten haben die Bewohner der East Bronx mit einigen der längsten und frustrierendsten Pendelstrecken in New York City zu kämpfen.
Eine schnelle, direkte Zugfahrt in Manhattans West Side schien für Hunderttausende Menschen immer unerreichbar, aber das ändert sich endlich.
Die MTA ist gerade mitten in den Bauarbeiten für das „Penn Station Access“-Projekt, ein rund 3,1 Milliarden Dollar teures Vorhaben, das die Metro-North direkt mit der Penn Station verbinden und den Regionalverkehr neu gestalten wird.
Durch die Nutzung der bestehenden Hell Gate Line von Amtrak wird das Projekt die New Haven Line von Metro-North über die Bronx direkt bis zur Penn Station verlängern.
Es ist die größte Erweiterung des Metro-North-Netzes seit der Gründung der Bahn im Jahr 1983, und ein Großteil der schweren Arbeiten findet gerade jetzt vor aller Augen entlang des Northeast Corridor statt.

Die Strecke: vier brandneue Bahnhöfe in der Bronx
Im Mittelpunkt des Projekts stehen vier neue, barrierefreie Metro-North-Bahnhöfe in der East Bronx:
- Hunts Point
- Parkchester / Van Nest
- Morris Park
- Co-op City
Diese Stadtteile sind derzeit schlecht an das Schienennetz angebunden, was viele Fahrgäste dazu zwingt, auf langsame Busse und U-Bahn-Fahrten mit mehreren Umstiegen zurückzugreifen.
Sobald das „Penn Station Access“-Projekt abgeschlossen ist, werden schätzungsweise 500.000 Einwohner der Bronx weniger als eine Meile von einem Metro-North-Bahnhof entfernt wohnen und mit nur einem Umstieg nach Midtown West und zur Moynihan Train Hall gelangen können.

Der Stand der Dinge im Jahr 2026
Im Moment sind die Bauarbeiter damit beschäftigt, die Strecke umzugestalten.
Entlang der Hell Gate Line in der Bronx arbeiten Teams an neuen und sanierten Gleisen, modernen Signalanlagen, der Modernisierung der Traktionsstromversorgung, der Entwässerung und der Sanierung von Brücken sowie an den Fundamenten für die zukünftigen Bahnhöfe.
Das Projekt wird letztendlich die Amtrak-Trasse von zwei auf vier Gleise erweitern, fast 19 Meilen Gleis neu bauen oder modernisieren, neue Stellwerke und Unterwerke hinzufügen und mehrere Brücken verstärken.
Der Zeitplan hat sich jedoch verschoben:
- Ursprünglich war die Fertigstellung des Projekts für 2027 geplant.
- Nach anfänglichen Verzögerungen und eingeschränktem Gleiszugang seitens Amtrak haben die Verantwortlichen den Termin auf Ende 2027/2028 verschoben.
- Stand Ende 2025 und Anfang 2026 sagen MTA-Vertreter nun, dass der volle Betrieb des „Penn Station Access“-Projekts für etwa 2030 geplant ist, und verweisen dabei auf anhaltende Koordinationsprobleme mit Amtrak.
Es besteht noch die Chance auf eine frühere, begrenzte Inbetriebnahme: Bei einer Informationsveranstaltung des Community Board im Januar 2026 erklärte die MTA, dass provisorische Bahnsteige bereits 2027 einen begrenzten Betrieb an drei Bahnhöfen in der Bronx ermöglichen könnten – allerdings nur, wenn Amtrak mehr Gleisunterbrechungen und personelle Unterstützung bereitstellt.
Mit anderen Worten: Die große Vision steht, aber das genaue Eröffnungsdatum hängt stark davon ab, wie schnell sich die MTA und Amtrak abstimmen können.
Warum das für New Yorker eine bahnbrechende Veränderung ist
Wenn die Züge endlich fahren, werden die Auswirkungen für die Fahrgäste im East Bronx riesig sein:
- Die Fahrzeiten werden drastisch verkürzt: Fahrgäste aus der East Bronx, die zur Penn Station fahren, könnten bis zu 50 Minuten pro Strecke sparen, wodurch sich manche Fahrten von etwa 75 Minuten auf 25 Minuten verkürzen.
- Regionaler Zugang ohne Umsteigen: Direkte Verbindungen zu New Jersey Transit, der Long Island Rail Road und Amtrak an der Penn/Moynihan werden Reisen über die Region hinweg viel reibungsloser machen.
- Weniger Verkehr, sauberere Luft: Da sich voraussichtlich mehr Menschen für die Bahn statt fürs Auto entscheiden werden, soll der lokale Autoverkehr und die Emissionen sinken.
- Impulsgeber für Investitionen in die Nachbarschaft: Vertreter der Stadt und der Bundesregierung sagen, dass die neuen Bahnhöfe den Zugang zu rund 200.000 Arbeitsplätzen in Laufnähe verbessern und den Bau neuer Wohnungen sowie die wirtschaftliche Entwicklung rund um jede Haltestelle fördern könnten.

Ein Blick in die Zukunft
Die New Yorker müssen vielleicht etwas länger als ursprünglich versprochen warten, bis sie ihre OMNY-Karten an den neuen Bahnsteigen in Co-op City oder Morris Park nutzen können, aber die Dynamik im Jahr 2026 ist echt.
Gleise werden verlegt, Fundamente gegossen und Brücken in der Bronx neu gebaut– und damit wird still und leise die Bühne bereitet für einen historischen Wandel in der Verbindung zwischen der Stadt und ihren Vororten.
Penn Station Access wird nicht über Nacht alle Ungleichheiten im Nahverkehr beseitigen, aber es ist eines der bedeutendsten Eisenbahnprojekte, die derzeit in der Region laufen.
Während die Bauarbeiten voranschreiten und die Zeitpläne immer konkreter werden, stehen die Fahrgäste aus der East Bronx endlich kurz davor, die direkte und schnelle Verbindung nach Manhattan zu erhalten, die ihnen seit Generationen versprochen wurde.