Die futuristische Magnetschwebebahn Northeast Maglev, die New York City und Washington D.C. in nur einer Stunde verbinden sollte, wurde offiziell abgesagt. Das vorgeschlagene Projekt, das seit über einem Jahrzehnt in der Entwicklung war, wird von der Federal Railroad Administration nicht mehr unterstützt.
Was war die Magnetschwebebahn Northeast?
Die Magnetschwebebahn Northeast war ein ehrgeiziges Projekt, mit dem die SCMAGLEV-Technologie (Superconducting Magnetic Levitation) in den USA eingeführt werden sollte. Sie sollte Zügen ermöglichen, mit einer Geschwindigkeit von bis zu 311 mph zu fahren, während sie durch magnetische Kräfte über ihren Gleisen schwebten – das Wort Maglev selbst ist eine Mischung aus magnetic“ und levitation“.
Ohne Räder oder Reibung versprach der Zug eine sanftere, leisere und viel schnellere Reise zwischen den großen Städten des Nordostkorridors, darunter New York, Philadelphia, Baltimore und Washington.
In der ersten Phase hätte der Zug Washington D.C. und Baltimore in nur 15 Minuten miteinander verbunden. Später sollte die Strecke bis New York verlängert werden, so dass die Fahrt von NYC nach D.C. nur noch eine Stunde dauern würde.
Da der Zug über eine eigene Fahrbahn verfügen würde, bestünde keine Gefahr von Zusammenstößen mit anderen Verkehrsträgern. Außerdem wäre eine Entgleisung aufgrund des U-förmigen Aufbaus der Führungsschienen nicht möglich gewesen.
Wissenswertes: Die erste kommerziell betriebene Magnetschwebebahn wurde 1984 in Birmingham, England, eröffnet. Sehen Sie sich die Strecke der Magnetschwebebahn Nordost unten an:

Warum wurde die Magnetschwebebahn Nordost gestrichen?
Trotz des großen Enthusiasmus von Verkehrsinnovatoren und sogar eines funktionierenden Prototyps in Japan stieß die US-Version auf mehrere große Hürden.
Nach Angaben von Bundesbeamten stieß das Projekt auf erhebliche Planungs- und Umweltprobleme, die nicht gelöst werden konnten. Zu den Bedenken zählten:
- Umweltauswirkungen auf Schutzgebiete und Wildtiere
- Komplikationen bei der Landnutzung entlang der vorgeschlagenen Strecke
- Kosten: Schätzungen zufolge mehrere Milliarden Dollar
- Durchführbarkeit des Baus der erforderlichen langen, geraden Tunnel für die Magnetschwebebahntechnologie
Die Behörden kamen zu dem Schluss, dass die vorgeschlagene Strecke einfach nicht praktikabel ist und unüberwindbare Probleme mit sich bringt. Daher hat die Federal Railroad Administration (FRA) die Zuschüsse für das Projekt aufgrund schlechter Planung, hoher Kosten und des Widerstands von Gemeindemitgliedern gestrichen. Der Sekretär des US-Verkehrsministeriums (USDOT), Sean P. Duffy, erklärte:
Diesem Projekt fehlte es an allem, was zu einem Erfolg nötig ist, von der Planung bis zur Ausführung. Dieses Projekt hatte nicht die Mittel, um die Strecke zu bewältigen, und ich kann nicht guten Gewissens die Steuerzahler dafür am Haken lassen. Wir werden weiterhin nach interessanten Möglichkeiten suchen, um die Zukunft des Verkehrs zu finanzieren und Innovationen zu fördern.

Eine verpasste Gelegenheit?
Das private Unternehmen, das hinter der Bahn steht, Northeast Maglev, bezeichnete die Absage als „verpasste Chance einer Generation“. Es wurde erwartet, dass das Projekt über 160.000 Arbeitsplätze schaffen und die regionale Wirtschaft erheblich ankurbeln würde, während gleichzeitig die Treibhausgasemissionen reduziert und die stark befahrene I-95 entlastet würden.
Das US-Verkehrsministerium erklärte jedoch, dass die Mittel besser für die Verbesserung der bestehenden Eisenbahninfrastruktur eingesetzt werden könnten, z. B. für die laufende Modernisierung des Nordost-Korridors von Amtrak und die Entwicklung der Hochgeschwindigkeitsstrecke von Brightline.
Wie geht es weiter?
Während das Northeast Maglev-Projekt möglicherweise auf Eis gelegt wird, wächst das Interesse an Hochgeschwindigkeitszügen in den USA weiter, vor allem in Ländern wie Japan und China, die die Magnetschwebebahntechnologie mit Rekordgeschwindigkeit vorantreiben. Tatsächlich haben einige Magnetschwebebahnen in Übersee bei Testfahrten bereits Geschwindigkeiten von über 370 mph erreicht.
Auch wenn diese spezielle Strecke nicht gebaut wird, ist der Traum von schwebenden Zügen in Amerika noch nicht ganz ausgeträumt – Duffy stellte klar, dass die Streichung der Zuschüsse nicht ausschließt, dass die Magnetschwebebahntechnologie irgendwann in den USA eingesetzt wird.
Bis dahin müssen Reisende zwischen NYC und D.C. jedoch weiterhin auf die bestehenden Möglichkeiten zurückgreifen – nur etwas langsamer als erhofft.