Diesen Sommer zahlen Fußballfans nicht nur für Weltklasse-Spiele; sie zahlen jetzt auch für das Privileg einer 20-minütigen Zugfahrt, die plötzlich so viel kostet wie ein Transkontinentalflug.
Ein neuer Bericht von The Athletic (via The New York Times) enthüllt, dass NJ Transit sich darauf vorbereitet, die Bahnpreise für die FIFA-Weltmeisterschaft auf schwindelerregende Höhen anzuheben.
Wenn du vorhattest, für den üblichen Preis eines ausgefallenen Latte von der New York Penn Station zum MetLife Stadium zu sausen, solltest du dich vielleicht hinsetzen.
Oder in diesem Fall: Steh lieber auf und halt dich an etwas Festem fest, denn bei diesen Menschenmassen ist ein Sitzplatz im Zug ein ebenso großer Luxus wie das Ticket selbst.

Von Kleingeld zu teuren Pendelfahrten
Normalerweise kostet eine Hin- und Rückfahrkarte von Manhattan nach Meadowlands bescheidene 12,90 Dollar – ein Preis, bei dem noch genug Geld für einen Stadion-Hotdog und vielleicht einen Schaumstofffinger als Souvenir übrig bleibt.
Interne Pläne deuten jedoch darauf hin, dass für die acht WM-Spiele– einschließlich des Finales – dieselbe 18-Meilen-Strecke derzeit auf über 100 Dollar veranschlagt wird.
Das ist mehr als eine Ver siebenfachung.
Um die Sache noch „fairer“ (sprich: teurer) zu machen, sollen die üblichen Ermäßigungen für Senioren, Kinder und Fahrgäste mit Behinderungen zugunsten eines pauschalen, dreistelligen „Sonderveranstaltungspreises“ abgeschafft werden, berichtet die NYT.
New Jerseys neue Gouverneurin, Mikie Sherrill, hat sehr deutlich gemacht, wer nicht für die 48 Millionen Dollar Betriebskosten der Austragung dieser Spiele aufkommen wird. Spoiler-Alarm: Es sind nicht die Einheimischen.
Sherrill erklärte in einer Pressekonferenz:
Der „No Car“-Zwickmühle
Wenn du denkst: „Na gut, dann fahre ich eben mit dem Auto und nehme den Stau in Kauf“, denk nochmal nach.
Die Parkmöglichkeiten am MetLife Stadium werden im Vergleich zu einem normalen Sonntag der Giants oder Jets „erheblich eingeschränkt“ sein. Da das Autofahren praktisch nicht in Frage kommt, ist das Bahnnetz die einzige Option in der Stadt. Nun ja, abgesehen vom eigentlichen Spiel.
Um das logistische Chaos noch zu verstärken, plant NJ Transit, die Penn Station in einetemporäre Festung zu verwandeln.
Vier Stunden vor Anpfiff dürfen nur WM-Ticketinhaber den NJ-Transit-Bereich des Bahnhofs betreten.
Regelmäßige Pendler, die nach Jersey nach Hause fahren, müssen sich eine andere Möglichkeit suchen oder abwarten, während die Fans in strengen Zeitfenstern in die Züge geleitet werden .

Fazit
Eine endgültige Entscheidung über die Preise wird in den nächsten Tagen erwartet. Halte die Augen offen –und fang vielleicht schon mal an zu laufen.