Wenn Sie an einen New Yorker Stadtpark denken, haben Sie wahrscheinlich sofort ausgedehnte Rasenflächen, Spaziergänge am Wasser und endlose Wiesen voller Picknicker im Kopf.
Aber dieses unscheinbare Stückchen Grün an der Upper West Side beweist, dass auch die kleinste Ecke Manhattans ein wahrer Fluchtort sein kann.

Ein „Park“, der in ein Brownstone passen könnte
Willkommen in Septuagesimo Uno, dem kleinsten offiziellen Park in New York City – ein Rückzugsort im Taschenformat, der sich über gerade einmal 0,04 Acres, etwa 1.700 Quadratmeter, oder die Grundfläche eines einzelnen Brownstones erstreckt.
Sie können in weniger als einer Minute von einem Ende zum anderen schlendern.
Versteckt hinter einem hohen Eisentor an der 256 West 71st Street, liegt der Park eng zwischen zwei klassischen UWS-Gebäuden und bietet die Illusion eines privaten Hinterhofs statt einer öffentlichen Grünfläche.
Wenn man nicht wüsste, dass man ihn sucht, würde man direkt daran vorbeigehen – und das tun viele.
Im Gegensatz zu den Verkehrsinseln und „Greenstreets“, die überall in der Stadt verstreut sind (die zwar kleiner sind, aber nicht als echte Parks gelten), trägt Septuagesimo Uno den offiziellen Titel „Fair and Square“.

Eine große Geschichte hinter diesem winzigen Park
Der skurrile Name ist schon halb so lustig.
„Septuagesimo Uno“ bedeutet auf Lateinisch einfach „Einundsiebzigster“, eine augenzwinkernde Umbenennung, die im Jahr 2000 vom ehemaligen NYC Parks Commissioner Henry Stern vorgenommen wurde, der dafür bekannt war, Parks in der ganzen Stadt skurrile Namen zu geben.
Und davor? Er hieß… der „71st Street Plot“.
Aber seine Ursprünge reichen noch weiter zurück. Septuagesimo Uno wurde 1969 im Rahmen der Vest-Pocket-Park-Initiative von Bürgermeister John Lindsay angelegt, einer stadtweiten Initiative zur Umwandlung ungenutzter Grundstücke in begehbare Grünflächen.
Aufgrund finanzieller Schwierigkeiten in den 70er Jahren wurde der Park jahrelang vernachlässigt und erst 1981 offiziell eröffnet, nachdem Freiwillige geholfen hatten, das verunkrautete, vergessene Grundstück wiederzubeleben.
Im Jahr 2000 wurde der Park für 14.000 Dollar restauriert und mit neuen Pflanzen, Bänken und dem mittlerweile ikonischen „Bärenklauen“-Tor versehen, das dem Park das Gefühl eines geheimen Gartens verleiht – und dafür sorgt, dass niemand nach Feierabend hinüberklettert.

Ein geheimer Garten im Verborgenen
Trotz seiner winzigen Grundfläche ist der Park überraschend stimmungsvoll.
Ein schmaler Weg führt über die gesamte Fläche, gesäumt von schattenspendenden Bäumen, üppiger Bepflanzung und einer Handvoll Bänke, die ihn zu einem überraschend romantischen Rückzugsort machen.
Da der Park so eng zwischen Wohngebäuden eingezwängt ist, hat man das Gefühl , in den Hinterhof von jemandem zu stolpern – ein Detail, das die Besucher lieben und das die Einheimischen scherzhaft als die Energie eines „privaten öffentlichen Parks“ bezeichnen.
Er ist ruhig, schattig, filmisch – und ja, sogar berühmt.
Der Park taucht in dem Film „Little Manhattan“ von 2005 auf , wo er als Kulisse für einen der süßesten Momente des Films in der frühen Kindheit dient. Fans des Films suchen ihn noch heute wie ein echtes Osterei.
Und da Septuagesimo Uno in der Abenddämmerung schließt, fühlt es sich fast so an, als hätte man ein geheimes New Yorker Erlebnis, wenn man die goldene Stunde in dem schmalen Korridor aus Bäumen erlebt.
📍 256 W. 71st St., Upper West Side
Täglich bis zum Einbruch der Dunkelheit geöffnet