New York City hat so ziemlich alles versucht, um den Krieg gegen die Ratten zu gewinnen.
Wir haben einen echten „Rattenzar“ eingestellt, strenge neue Regeln für Mülltonnen eingeführt und jahrelang über die Vorzüge der „Pizza-Ratte“ diskutiert.
Doch laut einem faszinierenden neuen Bericht von National Geographic könnte unsere größte Waffe zur Überwachung der Nagetierpopulation der Stadt tatsächlich der East River sein.
Ein Forscherteam unter der Leitung des Umweltgenetikers Mark Stoeckle von der Rockefeller University hat ein Jahr lang Wasser aus dem East River entnommen.
Und dafür brauchten sie keine millionenschwere Ausrüstung –sie benutzten einfach einen Plastikeimer aus dem Baumarkt.
Die Wissenschaftler untersuchten das trübe Wasser auf eDNA (Umwelt-DNA).
Wie Stoeckle Nat Geo erklärte: „DNA ist überall um uns herum.“
Tiere scheiden ständig Hautzellen, Haare, Schleim und Kot aus.
Wenn heftige Regenfälle die fünf Stadtbezirke heimsuchen, wird der gesamte Abfall von den Straßen direkt in den Fluss gespült– was zugegebenermaßen eklig ist, aber für Wissenschaftler eine absolute Goldgrube darstellt.
Durch die Analyse dieser winzigen genetischen Hinweise haben die Forscher ein riesiges biologisches Geheimnis direkt vor unserer Haustür gelüftet.
Während sie unglaubliche 71 Fischarten fanden, die im Wasser gedeihen, stießen sie auch auf eine ganze Menge der an der Oberfläche lebenden Bewohner New York Citys.
Der East River ist im Grunde ein Nagetier-Radar.
Die Studie wies durchweg Ratten-DNA nach, die im Fluss schwamm.
Aber das ist nicht nur eine lustige (oder erschreckende) Tatsache – es könnte für die Stadt eine bahnbrechende Wende bedeuten.

Die Forscher vermuten, dass die Schädlingsbekämpfung den Fluss tatsächlich als Frühwarnsystem nutzen könnte, indem sie die Spitzen und Schwankungen der Ratten-eDNA im Wasser überwacht.
Das könnte ihnen helfen, die ersten Anzeichen eines Befalls in einem Stadtteil zu erkennen, bevor er außer Kontrolle gerät.
Es ist im Grunde genommen Technologie wie am Tatort, nur für städtische Schädlinge.
(Und ja, es wurden auch andere Wildtiere erfasst.) Neben den Ratten war das Wasser voller genetischer Fingerabdrücke von einheimischen Eichhörnchen, Waschbären und sogar Bibern.
Er weiß auch, was wir zu Abend essen.
Da Abwasser in den Fluss überläuft, fungiert dieser als riesiges, flüssiges Tagebuch über alles, was New Yorker tun.
Die Forscher fanden tatsächlich eDNA von Kühen, Schweinen und Hühnern im Wasser.
Als sie die Anteile dieser tierischen DNA mit den US-Statistiken zum Fleischkonsum abgleichten, ergab sich eine fast identische Übereinstimmung. Der Fluss spiegelt buchstäblich unsere Ernährung wider!
Also, wenn du das nächste Mal an der Uferpromenade von Williamsburg einen Drink genießt oder mit der NYC Ferry fährst, wirf doch mal einen Blick aufs Wasser.
Es ist vielleicht nicht kristallklar, aber es erledigt für uns die Drecksarbeit, die Ratten der Stadt aufzuspüren.