Hinter den Samtvorhängen im Metropolitan Opera House findet hinter den Kulissen eine ganz andere – und ebenso schillernde – Darbietung statt.
Von blitzschnellen Kostümwechseln bis hin zu Hunderten von akribisch aufeinander abgestimmten Kleidungsstücken – die Kostümzauberei hinter La Traviata ist ein Hochspannungsballett für sich, angetrieben von einem Expertenteam, das dafür sorgt, dass jeder Reißverschluss, jeder Verschluss und jede dramatische Enthüllung in Echtzeit makellos funktioniert.
👯♀️ Der 45-Sekunden-Kostümwechsel
Versteckt im Solo Ladies Workroom schaffen die Kostümbildner den schnellsten Kostümwechsel in nur 45 Sekunden. Die Verwandlung betrifft die Hauptfigur Violetta, deren Kostümwechsel auf die Sekunde genau getaktet ist.
Der Vorgang ist überraschend technisch: Ein Nachthemd wird blitzschnell aufgeschnappt und aufgeritscht, sodass es direkt zu Boden fällt, und die Darstellerin kann direkt in ein aufwendiges Korsettkleid schlüpfen, das unter den Bühnenlichtern auf sie wartet.
Das Ersatzkleid lässt sich am Rücken öffnen, um den Wechsel zu beschleunigen, und macht so etwas, das das Publikum kaum bemerkt, zu einer der intensivsten Backstage-Aktionen der Produktion.
Natürlich wird der gesamte Prozess von einem hochqualifizierten Backstage-Team geleitet, das mit millisekundengenauer Präzision arbeitet.
Kostümleiterin Claire Gaudette überwacht die Garderobe der Hauptdarstellerinnen und kümmert sich um all die versteckten Vorrichtungen, Verschlüsse und Schnellwechsel-Tricks, die nötig sind, um die rasanten Verwandlungen der Produktion zu meistern. Dabei arbeitet sie mit Kostümdirektorin Stephanie Spangler zusammen , die eine ganz neue Art von Theater-Know-how in die Opernwelt eingebracht hat.
Bevor sie zur Met kam, war Spangler 18 Jahre lang als Chefkostümbildnerin und Make-up-Spezialistin für die Blue Man Group tätig , wo sie schätzungsweise 10.000 blaue Glatzenkappen für rund 3.000 Vorstellungen vorbereitete.
🎭 Die Geschichte der Aufführungen bewahren
Die Kleidungsstücke, die in den Arbeitsräumen am 30 Lincoln Center Plaza aufbewahrt werden, tragen Jahrzehnte Theatergeschichte in ihren Futterstoffen.
Viele der schweren Kleider sind mit Reihen von Innenetiketten versehen, auf denen die Namen und Daten der Darstellerinnen, die sie zuvor trugen, ausdrücklich vermerkt sind, wobei einige handschriftliche Etiketten bis in die Spielzeiten 2002 und 2003 zurückreichen.

Das detaillierte Beschriftungssystem dient als fortwährende Hommage an vergangene Künstler und als Zeugnis der Tradition der Institution. Für das Kostümteam stellt es sicher, dass die heutigen Sängerinnen und Sänger genau in die Kostüme schlüpfen können, die einst ihre Opernhelden trugen.
Während das Publikum in der Metropolitan Opera von schwungvollen Arien und mitreißender Romantik hingerissen ist, spielt sich hinter den Kulissen eine ebenso beeindruckende Darbietung ab – wo jeder Druckknopf, jeder Reißverschluss und jeder Kostümwechsel im Bruchteil einer Sekunde dazu beiträgt, die Magie Nacht für Nacht am Leben zu erhalten.