Originalskizzen, die weltweite Phänomene wie „One Piece“, „JoJo’s Bizarre Adventure“ und „Bleach“ ins Leben gerufen haben, sind vom Schreibtisch der Künstler an die Wände der Galerie gewandert.
Das Brooklyn Museum will mit seiner neuesten Ausstellung „Art of Manga“ zeigen, dass japanische Comics es verdienen, als bildende Kunst anerkannt zu werden. Bevor diese Figuren in Animes, Filmen und auf Fanartikeln auftauchten, begannen sie als Tuschezeichnungen auf Papier – und genau diesen Ursprung stellt das Museum nun in den Mittelpunkt.
🖋️ Den Ursprüngen des Manga auf der Spur
Die Ausstellungskuratorin Nicole Rousmaniere, eine Expertin für japanische Kunstgeschichte, hat zehn Spitzenkünstler ausgewählt, um die Entwicklung des Mediums zu veranschaulichen.
Die Sammlung umfasst zwei wegweisende, prägende Künstler aus den 1960er- und 1970er-Jahren sowie acht zeitgenössische Künstler aus den 1980er-Jahren bis heute. Rousmaniere betont, wie wichtig es ist, die Originalzeichnungen aus nächster Nähe zu erleben. Indem sie die tatsächlichen Manga-Seiten direkt betrachten, können Besucher die Qualität der Linienführung erkennen und genau sehen, was die Künstler beabsichtigt haben – so schulen sie ihr Auge, die visuelle Erzählkunst in einem neuen Licht zu betrachten.
⚖️ Ein Gleichgewicht zwischen Fans und Neulingen
Die Kuration ist darauf ausgelegt, eine Brücke zwischen zwei sehr unterschiedlichen Zielgruppen zu schlagen.
Rousmaniere beschreibt die Gestaltung als einen Tanz, der die Erwartungen leidenschaftlicher, sehr sachkundiger Fans mit den Bedürfnissen von Besuchern in Einklang bringt, die vielleicht noch gar nicht wissen, was Manga überhaupt ist. Indem die Galerie den Fokus auf die handwerkliche Kunstfertigkeit und die Erzähltechniken der Schöpfer legt, schafft sie ein Umfeld, in dem beide Gruppen ein ganz eigenes Verständnis für das Medium entwickeln können.
„Art of Manga“ wurde am 3. Oktober im Brooklyn Museum, 200 Eastern Pkwy., eröffnet.