New Yorker, die in letzter Zeit am Columbus Circle vorbeischlendern, verspüren vielleicht plötzlich eine Anziehungskraft zum Surrealen – und sei versichert, du bildest dir das nicht ein.
Das Museum of Arts and Design (MAD) wurde dank des Zwillings-Designerduos Nikolai und Simon Haas offiziell in eine skurrile Science-Fiction-Traumwelt verwandelt.
Ihre neueste Ausstellung, „Haas Brothers: Uncanny Valley“, ist die bislang größte Museumsausstellung der Künstler und füllt die Ausstellungsräume mit 85 originalen, handgefertigten Werken, die die Grenzen zwischen hochwertigem Luxusdesign, zeitgenössischer Kunst und einer Animation im Stil von Pixar trifft Tim Burton verwischen.
Die Besucher verlassen Manhattan und tauchen direkt in eine pulsierende Dimension ein, die vonriesigen pelzigen Bestien, vieläugigen Mutanten und leuchtenden digitalen Landschaften bevölkert ist.
Das verwirrende Konzept hinter den „Monstern“
Auch wenn die Ausstellung wie ein wunderschön chaotischer Fiebertraum wirkt, steckt hinter dem Wahnsinn eine brillante psychologische Theorie. T
Der Titel lehnt sich an das „Uncanny Valley“an – ein Phänomen aus der Robotik, bei dem ein Roboter dem Menschen so ähnlich sieht, dass unsere natürliche Empathie plötzlich in Abscheu umschlägt.
Laut Simon Haas ist die Geheimwaffe gegen dieses unheimliche Gefühl eine ordentliche Portion Charme:
Die Brüder setzen dies um, indem sie funktionale Designobjekte nehmen und sie vermenschlichen – so als würden sie einem metallenen Tisch eine bewusste, humorvolle Persönlichkeit verleihen.
Das Ergebnis? Ein Raum voller außerirdisch anmutender Kreaturen, die sich irgendwie unglaublich einfühlsam, greifbar und zutiefst komisch anfühlen.

Verblüffende Handwerkskunst trifft auf höhere Mathematik
Lass dich nicht von dem verspielten Humor täuschen; die technische Präzision hinter diesen Werken ist absolut atemberaubend.
Die Haas Brothers verbinden Simons analytischen Verstand für Systeme und Mathematik mit Nikolais respektloser Kreativität.
Hier ist ein Vorgeschmack auf die unglaubliche Handwerkskunst, die du aus nächster Nähe erleben wirst:
- Die „Beasts “-Serie: Zoomorphische Skulpturen, die in dichtes Fell gehüllt sind, mit Porzellan-Stoßzähnen und Bronzeakzenten, die pure Persönlichkeit ausstrahlen.
- Hunderttausende venezianische Perlen: Die Ausstellung zeigt hoch aufragende, aufwendig aus Perlen gefertigte Pflanzenskulpturen. Um sie zu schaffen, verwendet Simon strenge mathematische Formeln (wie Fibonacci-Folgen), um herauszufinden, wie man antike Glasperlen so verwebt, dass sie sich ganz natürlich genau wie echte Pflanzen krümmen.
- The Accretion Ceramics & Paintings: In Anlehnung an die organischen Wachstumsmuster von Korallen und Baumpilzen entstehen diese Werke durch tausende akribischer, sich wiederholender Arbeitsschritte – wobei nasser Ton auf Keramik oder Acrylfarbe aus Spritzflaschen verwendet wird, um reich strukturierte, dreidimensionale Leinwände zu schaffen.
- Futuristische digitale Kunst: Algorithmisch generierte Landschaften, die auf der Computergrafik der 90er Jahre basieren, leuchten von den Wänden und rahmen die physischen Kreaturen in einer völlig immersiven Umgebung ein.

Doppelte Kunst: eine Begleitausstellung in Chelsea
Wenn du nicht genug vom unverwechselbaren Universum der Haas Brothers bekommen kannst, hast du Glück.
Parallel zur großen Museumsausstellung im MAD ist in der Marianne Boesky Gallery in Chelsea ein monumentales Begleitwerk mit dem Titel „The Strawberry Tree“ (2023) zu sehen.
Dieser massive Baum aus Bronzeguss besticht durch handgefertigtes blaues Laub (entstanden in Zusammenarbeit mit einer Frauengemeinschaft in Lost Hills, Kalifornien) und leuchtende, mundgeblasene rosa Glaserdbeeren.
📍 Ort: Museum of Arts and Design (MAD), 2 Columbus Circle
🕒 Termine: Zu sehen ab sofort bis zum 16. August 2026
🎟️ Tickets: 20 $ pro Person (Kinder unter 4 Jahren haben freien Eintritt!). Erhältlich an der Kasse oder über das Online-Buchungssystem.